Geschichte
Albin Grau und die "Saturngnosis"
Die Trancestudie 'Lemuria' von Jesta Berg wurde in der Oktoberausgabe 1929 der Saturngnosis in Berlin
veröffentlicht, die man als Vorläufer der Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst ansehen kann. Die Zeitschrift war
ursprünglich als Vierteljahresschrift geplant, die öffentlich erhältlich war und für Mitglieder lediglich um die
Logennachrichten ergänzt wurde. Künstlerische Leitung der Zeitschrift hatte Albin Grau, in esoterischen Kreisen als
Mstr. Pacitius bekannt, der die Zeitung mit einem modernen übersichtlichen Design gestaltete und auch einige Grafiken
beisteuerte.
Albin Grau ist heutzutage vor allem als einer der Protagonisten des deutschen expressionistischen
Stummfilms bekannt. So hatte er die künstlerische Leitung von Fritz Murnaus zu Recht gerühmtem Film "Nosferatu. Eine
Symphonie des Grauens" (1921), für die er auch Bauten, Kostüme und Ausstattung gestaltete. Er arbeitete in der Folge
für die UFA, bis er sich aus dem Filmgeschäft zurückzog und ausschließlich esoterischen Interessen widmete.
So verfasste
Albin Grau als Mstr. Pacitius auch das so genannte "Buch der Null-Stunde", in der er visionär den Äonenwechsel vom
Fische- zum Wassermann-Zeitalter vollzog und eine wichtige Brücke vom deutschen Rosenkreuzertum zur Philosophie von
Thelema herstellte.
Die Saturngnosis diente somit auch als Medium, die Vorstellungen vom "Neuen Zeitalter" bzw.
"Neuen Äon" auch in traditionellen esoterischen Kreisen zu popularisieren.
Die fünf
Vorkriegsexemplare, der Jahre 1928 bis 1930, sind weiterhin sehr gesucht und erreichen in Sammlerkreisen heutzutage
geradezu astronomische Preise. Um diese Rarität wieder einem breiterem Publikum zugänglich zu machen, autorisierte
die Fraternitas Saturni 1992 eine vollständige Reprographie, die über die Edition Magus vertrieben wurde. Weitere,
nicht autorisierte Ausgaben von teilweise zweifelhafter Qualität, sind auch weiterhin erhältlich.
Dies ist
das fünfte Bild aus der Reihe "Visionen des Cheops" von Albin Grau. Wiedergegeben sind die Bilder in den
Vorkriegsheften der Saturn Gnosis. Sie wurden als Tore für die Meditation veröffentlicht und verwendet.
Nicht alle Autoren und Künstler, die sich an der "Saturn Gnosis" beteiligten, waren Mitglieder der Loge Fraternitas
Saturni. Gregorius war erfolgreich bemüht, mit der Saturngnosis ein Forum für okkult interessierte Künstler und
Intellektuelle zu schaffen und auch Nicht-Logenmitglieder von Rang und Namen für die Mitarbeit zu gewinnen. So finden
sich seltene deutschsprachige Aufsätze von Mstr. Therion (Aleister Crowley).
Wegen der widrigen wirtschaftlichen Umstände ließ sich ein solch anspruchsvolles Projekt leider nicht aufrecht
erhalten. Die Saturngnosis erschiennur unregelmäßig und musste 1930 ganz eingestellt werden. Wenig später, mit der
Machtergreifung der NSDAP kam dann ohnehin erst einmal das Aus für okkulte Gruppen. Bibliotehken, Materilaien und
Privateigentum wurde konfisziert, und einige Persönlichkeiten aus esoterischen Kreisen wurden verhaftet - unter
anderem auch wegen ihrer Kontakte zu ausländischen Gruppen oder Einzelpersonen.
Eine der Geschichten über Albin Graus spätere Jahre ist, dass er im Konzentrationslager Buchenwald ermordet
wurde, eine eigenartige Legendenbildung, die den Mythos um Mstr. Pacitius noch nährt. In der Metafiktion "Shadow of the Vampire" (USA, 2000),
in der es um die verfilmung von Npsferatu mit einem echten Vampire geht, ist Albin Grau eine der Hauptfiguren, gespielt
von Udo Kier. Die okkulten Interessen Graus werden hierbei jedoch nicht erwähnt.
© 2011 Fraternitas Saturni e.V.
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